David zeigt sich dem König

So leise wie möglich steht David auf und geht mit kalten Händen, den Zipfel haltend, wieder zu seinen Männern zurück. Er blickt beim Zurückgehen in fragende Gesichter. „Warum hast du ihn nicht umgebracht?“ „Ja, mein König hätte seinen Feind vernichten können!“ David schaut sich die Reihen seiner Männer an und merkt, dass sie auf eine Antwort warten. „Weil ich es nicht konnte.“, beginnt er seine Rede, „Er ist ein Gesalbter des HERRN, selbst, wenn er vom Weg abgekommen ist, den Gott für ihn vorgesehen hat. Aber an der Tatsache kann man trotzdem nichts ändern und ich würde mich an dem HERRN versündigen, wenn ich ihn getötet hätte.“ 

Nach der Rede kehrt eine große Stille ein. Alle Männer schauen sich überrascht an. Abjatar, ein Priester, der zu David geflohen ist, ergreift das Wort. „Jetzt wissen wir, warum du der König bist. Du bist Gott in allen Dingen treu und befolgst das, was er sagt. Dadurch wird es dir in deinem Leben gut gehen und der HERR wird dich segnen und dir das Königtum wie versprochen geben. Wenn du weiter das tust, was Gott sagt, wird er dich reich beschenken.“ Durch diese Worte in seinen Taten bestärkt, legt sich David mit seinen Männern gespannt auf den nächsten Tag nieder. Das ganze Heer Davids kann aber vor Aufregung nicht schlafen, weil sie sich wundern, was ihr König wohl mit dem Zipfel vorhat, den er dem König abgeschnitten hatte.

Spannung liegt in der Luft. Alle, ohne Ausnahme, sind sehr gespannt darauf, was ihr König wohl heute tun wird. Sie können sich ja nicht ewig verstecken und mit dem Heer Sauls vor der Tür kommen sie auch nicht weiter. Doch David lässt sich davon nicht beeindrucken. Er geht, kurz nachdem die Sonne aufgegangen ist, aus der Höhle hinaus und ruft laut, sodass alle es hören. „Mein König, mein Herr und mein Vater!“ Er wirft sich in den Staub. „Warum hörst du auf das, was die Leute dir über mich erzählen? Warum denkst du, dass ich etwas Böses gegen dich vorhabe und dich stürzen will? Es kann gar nicht stimmen, was sie sagen, denn ich würde nie meine Hand gegen einen Mann Gottes erheben!“  David hält den Zipfel in die Luft. „Schau, ich hätte dich heute Nacht töten können, als du ruhig geschlafen hast, aber sowas kommt mir nicht in den Sinn sowas zu tun. Sieh doch ein, dass ich dich liebe und nicht tötet will, mein Vater! Gott wird zwischen uns entscheiden, wer im Recht ist, aber ich habe mich in keinster Weise verschuldet!“

[Fortsetzung folgt…]

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